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Imou PoE-Kameras: kabelgebundene Überwachung ohne Abstriche

Power over Ethernet (PoE) bleibt der Referenzstandard für professionelle Videoüberwachungsinstallationen. Ein einziges RJ45-Kabel reicht aus, um die Kamera mit Strom zu versorgen und den digitalen Videostream bis zum Recorder oder Switch zu übertragen. Kein WLAN-Rauschen, keine Netzunterbrechungen durch Funksignalstörungen, keine Außensteckdose an jedem Kamerastandort nötig.

Die Imou-PS-Serie umfasst Dome- und Bullet-Kameras, die für diese Installationsart konzipiert sind. Die Modelle reichen von 4 MP bis 10 MP mit Doppeloptik, mit H.265-Sensoren, die den Speicherbedarf gegenüber H.264 um 50 % reduzieren. Die NVRs N110 und N118 zentralisieren bis zu 10 bzw. 18 PoE-Streams in einem einzigen Recorder.

Dieses System eignet sich für Einzelhandel, Logistiklagerhallen, Wohnanlagen, Parkplätze, landwirtschaftliche Betriebe und große Häuser mit vorhandener oder geplanter Netzwerkverkabelung.

Die PoE-Kameras der Imou PS-Serie

Die PS-Serie deckt ein breites Bedarfsspektrum ab: Auflösung 4 MP bis 10 MP, IR-Reichweite 30 bis 60 m, feste 2,8-mm-Objektive. Alle PS-Kameras sind IP67-zertifiziert (Staub- und Tauchschutz) und nutzen H.265-Komprimierung.

PS3E – 4K / 8MP ohne Mikrofon

Die PS3E ist die günstigste 4K-Kamera der Serie. Ihr 8-MP-Sensor liefert Bilder mit 3.840 × 2.160 Pixeln – ausreichend, um ein Kfz-Kennzeichen bei Tageslicht auf 10 bis 12 Metern zu lesen. Das 2,8-mm-Objektiv bietet einen breiten Betrachtungswinkel, geeignet für Flure, Eingangsbereiche und Hausfassaden.

Sie wird über Standard-PoE 802.3af (max. 15,4 W) gespeist und verfügt über kein integriertes Mikrofon. Diese Designentscheidung ist bewusst: In bestimmten gewerblichen Installationen oder Wohnanlagen unterliegt die Audioaufzeichnung rechtlichen Einschränkungen. Die PS3E umgeht dieses Problem konstruktionsbedingt.

  • Auflösung: 8 MP (4K, 3.840 × 2.160)
  • Objektiv: 2,8 mm, Weitwinkel
  • IR: 30 Meter
  • Komprimierung: H.265
  • PoE: 802.3af
  • Mikrofon: nein
  • IP-Schutz: IP67

PS1C – vielseitige 4-MP-Kamera

Die PS1C ist die Einsteigskamera der PS-Serie mit 4 MP (2.560 × 1.440). Sie eignet sich für budgetbewusste Installationen oder Anlagen mit vielen Kamerastandorten. Der 4-MP-Sensor ist deutlich besser als klassisches Full HD, mit doppelter Pixeldichte.

Sie arbeitet mit Standard-PoE 802.3af. Die IR-Reichweite von 30 m ist für Innenbereiche und kleinere Außeneingänge ausreichend.

  • Auflösung: 4 MP (2.560 × 1.440)
  • Objektiv: 2,8 mm
  • IR: 30 Meter
  • Komprimierung: H.265
  • PoE: 802.3af
  • IP-Schutz: IP67

PS50 – 5MP mit integriertem Mikrofon

Die PS50 legt mit einem 5-MP-Sensor (2.880 × 1.620) eine Stufe zu und integriert ein Mikrofon. Lokale Audioaufzeichnung ist damit möglich, was die Erfassung verbaler Austausche am Eingang eines Geschäftsraums oder Empfangsbereichs erlaubt. Sie benötigt PoE 802.3at (PoE+, bis zu 30 W).

Die IR-Reichweite reicht bis zu 50 m, was sie für lange Flure, Innenhöfe oder mittlere Tiefgaragen geeignet macht.

  • Auflösung: 5 MP (2.880 × 1.620)
  • Objektiv: 2,8 mm
  • IR: 50 Meter
  • Komprimierung: H.265
  • PoE: 802.3at (PoE+)
  • Mikrofon: ja
  • IP-Schutz: IP67

PS70F – Dual-Lens 10 MP, 180°-Sicht

Die PS70F ist eine Fisheye-Kamera mit zwei Sensoren. Jeder Sensor liefert 5 MP, zusammen ergibt das ein 10-MP-Panoramabild mit 180°. Sie ist die einzige Kamera der Reihe, die einen so breiten Winkel ohne mechanische Drehung abdeckt.

Konzipiert für große offene Räume: Lagerhallen, Ausstellungshallen, Tiefgaragen. Mit einer einzigen PS70F, in einem Winkel montiert, lässt sich eine Zone abdecken, die normalerweise zwei konventionelle Kameras erfordern würde.

  • Auflösung: 10 MP (5 MP + 5 MP, Dual-Lens)
  • Objektive: 2,8 mm + 2,8 mm
  • Blickwinkel: 180°
  • IR: 30 Meter
  • Komprimierung: H.265
  • PoE: 802.3af
  • IP-Schutz: IP67

PS60C – 6 MP mit KI-Erkennung

Die PS60C ist das Topmodell der festen PS-Serie. Ihr 6-MP-Sensor (3.072 × 2.048) bietet ein hohes Signal-Rausch-Verhältnis für scharfe Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen. Die IR-Reichweite steigt auf 60 m, was sie für Gebäudeeingänge, lange Einfahrten oder Außenzäune positioniert.

Sie integriert KI-Erkennungsalgorithmen: Person/Fahrzeug-Unterscheidung, Reduktion von Fehlalarmen durch Tiere oder Pflanzenbewegungen. Die Ereignisfilterung ist deutlich präziser als klassische pixelbasierte Bewegungserkennung.

Sie benötigt PoE 802.3at (PoE+).

  • Auflösung: 6 MP (3.072 × 2.048)
  • Objektiv: 2,8 mm
  • IR: 60 Meter
  • Komprimierung: H.265
  • PoE: 802.3at (PoE+)
  • KI-Erkennung: Personen und Fahrzeuge
  • IP-Schutz: IP67

Vergleichstabelle der PoE-Kameras der PS-Serie

Modell Auflösung IR PoE Mikro KI Besonderheit
PS1C 4 MP 30 m 802.3af Nein Nein Einstiegsmodell
PS3E 8 MP (4K) 30 m 802.3af Nein Nein 4K ohne Audio
PS50 5 MP 50 m 802.3at Ja Nein Erweiterte Reichweite + Audio
PS60C 6 MP 60 m 802.3at Nein Ja KI Person/Fahrzeug
PS70F 10 MP Dual 30 m 802.3af Nein Nein 180°-Panoramasicht

Imou NVR: zentralisierte Aufzeichnung

Imou PoE-Kameras unterstützen lokale SD-Kartenaufzeichnung, aber bei Mehrkamera-Installationen bietet ein NVR (Network Video Recorder) eine unverzichtbare zentrale Verwaltung. Imou bietet zwei Modelle: den N110 und den N118.

NVR N110 – 10 Kanäle PoE

Der N110 integriert einen 8-Port-PoE-Switch (802.3af) direkt im Recorder-Gehäuse. PS-Kameras werden direkt an den NVR angeschlossen, ohne externen Switch. Zwei weitere Netzwerkports ermöglichen die Verbindung zum lokalen Netzwerk und zum Internet.

Ein HDD-Slot nimmt Festplatten bis zu 8 TB auf. Der HDMI-4K-Ausgang erlaubt die gleichzeitige Anzeige von bis zu 8 Streams auf einem Bildschirm oder Überwachungsmonitor. Die Weboberfläche ist über jeden Browser im lokalen Netzwerk zugänglich.

  • Kanäle: 10 (8 PoE integriert)
  • Speicher: 1 HDD bis zu 8 TB
  • Videoausgang: HDMI 4K
  • Komprimierung: H.265
  • Zugriff: Weboberfläche + Imou App
  • Integriertes PoE: 802.3af

NVR N118 – 18 Kanäle PoE für große Installationen

Der N118 eignet sich für Installationen mit vielen Kamerastandorten: Lagerhallen, Wohnanlagen, Gewerbegebäude. Seine 16 integrierten PoE-Ports (802.3at) versorgen PoE+-Kameras wie PS50 oder PS60C ohne externen Injektor.

Der HDD-Slot nimmt bis zu 16 TB auf, was bei 8 PS-5-MP-Kameras in H.265 einem kontinuierlichen Aufzeichnungszeitraum von 3 bis 4 Wochen entspricht. Die H.265+-Komprimierung geht noch weiter als Standard-H.265 durch Analyse statischer Bildbereiche: Hintergrundszenen (Wände, Böden) werden mit sehr geringer Datenrate kodiert.

  • Kanäle: 18 (16 PoE integriert)
  • Speicher: 1 HDD bis zu 16 TB
  • Videoausgang: HDMI 4K
  • Komprimierung: H.265+
  • Zugriff: Weboberfläche + Imou App
  • Integriertes PoE: 802.3at

Vergleichstabelle N110 vs. N118

Kriterium NVR N110 NVR N118
Maximale Kanäle 10 18
Integrierte PoE-Ports 8 (802.3af) 16 (802.3at)
Maximale HDD 8 TB 16 TB
Komprimierung H.265 H.265+
HDMI-Ausgang 4K 4K
Nutzungsprofil Gewerbe, Haus, KMU Lagerhalle, Wohnanlage, Industriestandort

Warum PoE statt WLAN?

Die Frage stellt sich häufig bei der Auswahl eines Videoüberwachungssystems. Hier die konkreten Unterschiede zwischen den beiden Technologien.

Übertragungsstabilität

Ein Cat-5e- oder Cat-6-Kabel überträgt Daten ohne jeglichen Verlust durch Funkumgebungseinflüsse. WLAN ist anfällig für Störungen: Mikrowellenherde, andere Funknetzwerke, dicke Stahlbetonwände, Metallstrukturen. In einer Lagerhalle mit Industrieanlagen oder einer Wohnanlage mit Dutzenden benachbarten WLANs ist die Stabilität des Videostreams per Funk nicht garantiert.

Ein Kabel für alles

Beim PoE transportiert das RJ45-Kabel gleichzeitig Videosignal und Stromversorgung. Keine Steckdose erforderlich, kein Adapter, kein externes Netzteil an jeder Kamera. Bei einer 8-Kamera-Anlage spart das 8 Steckdosen und 8 potenzielle Stromausfallquellen.

Reichweite pro Segment

Der Ethernet-Standard erlaubt 100 Meter pro Kabelsegment. Bei großen Grundstücken oder Gebäuden können Segmente mit zwischengeschalteten PoE-Switches für weit größere Distanzen verkettet werden. WLAN ab 50 Metern Entfernung von einem Außenzugangspunkt beginnt Durchsatz und Stabilität merklich zu verschlechtern.

Netzwerksicherheit

Ein kabelgebundenes Netzwerk ist physisch abgeschottet. PoE-Kameras an einem dedizierten NVR können in einem isolierten VLAN ohne Internetzugang betrieben werden, wenn keine externe Anbindung benötigt wird. Ein WLAN ist potenziell von außerhalb des Gebäudes zugänglich, wenn die Konfiguration unzureichend ist.

Vergleich PoE vs. WLAN

Kriterium PoE WLAN
Stabilität Sehr hoch Variabel (Störungen)
Reichweite 100 m pro Segment 20–50 m je nach Hindernissen
Stromversorgung Über RJ45-Kabel Steckdose erforderlich
Installation Verkabelung erforderlich Ohne Kabel
Netzwerksicherheit Physische Abschottung möglich Funkexposition
Skalierbarkeit Switch-Ports erweitern Begrenzt durch Bandbreite
Installationskosten Höher bei der Installation Gering

Eine Imou PoE-Anlage planen

Vor dem Gerätekauf sind einige Berechnungen angebracht, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Kameraanzahl und NVR-Wahl

Der N110 verwaltet bis zu 10 Kameras, davon 8 direkt per PoE. Plant Ihr Kabelplan heute 6 Kameras mit möglicher Erweiterung auf 9 in zwei Jahren, deckt der N110 diesen Bedarf. Bei mehr als 10 Kameras ist der N118 mit 18 Kanälen die richtige Wahl.

Für PoE+-Kameras (PS50, PS60C) mit 802.3at-Anforderung prüfen Sie, ob Switch oder NVR diesen Standard an den betreffenden Ports unterstützen. Der N118 unterstützt ihn nativ an allen Ports. Der N110 verwendet 802.3af: PoE+-Kameras funktionieren, aber bestimmte erweiterte Funktionen können eingeschränkt sein, wenn die gelieferte Leistung nicht ausreicht.

Externer PoE-Switch

Wenn ein separater PoE-Switch gewünscht wird (für mehr Netzwerkflexibilität), wählen Sie einen verwalteten oder unverwalteten Switch mit ausreichendem Gesamtleistungsbudget. Beispiel: 8 PS60C-Kameras à 12 W = 96 W. Ein 8-Port-Switch mit 120 W PoE-Gesamtleistung ist das Minimum. Planen Sie 20 % Puffer ein.

Speicherberechnung

H.265-Komprimierung reduziert die Videodateigrößen erheblich. Schätzwerte für 24/7-Aufzeichnungen in nativer Auflösung bei mittlerem Bewegungsaufkommen:

Modell Auflösung Geschätzter H.265-Datenstrom Speicher / Kamera / Woche
PS1C 4 MP ~1,5 Mbit/s ~115 GB
PS3E 8 MP (4K) ~3 Mbit/s ~230 GB
PS50 5 MP ~2 Mbit/s ~155 GB
PS60C 6 MP ~2,5 Mbit/s ~190 GB
PS70F 10 MP Dual ~4 Mbit/s ~305 GB

Praxisbeispiel: Eine Anlage mit 6 PS3E-Kameras (4K) bei 24/7-Aufzeichnung verbraucht etwa 1,35 TB pro Woche. Eine 8-TB-Festplatte im N110 bietet knapp 6 Wochen Aufzeichnungshistorie. Eine 16-TB-HDD im N118 überschreitet 11 Wochen.

Richtwerte und Kostenvergleich

Das Imou PoE-Sortiment ist im zugänglichen Profibereich positioniert. Preise variieren je nach Händler, hier sind die auf dem europäischen Markt üblichen Spannen:

Gerät Richtpreis (inkl. MwSt.)
PS1C (4 MP) 30–45 €
PS3E (8 MP 4K) 50–70 €
PS50 (5 MP + Mikro) 55–75 €
PS60C (6 MP KI) 65–85 €
PS70F (10 MP Dual) 80–110 €
NVR N110 (10 Kanäle) 130–180 €
NVR N118 (18 Kanäle) 220–300 €

Ein vollständiges Set mit 4 PS3E-Kameras + NVR N110 + 4-TB-HDD kostet je nach Händler etwa 450 bis 600 €. Das ist eine einmalige Investition ohne Pflichtabonnement, im Gegensatz zu Cloud-Lösungen, die 3 bis 10 € pro Kamera und Monat in Rechnung stellen.

Über 3 Jahre ergibt ein Cloud-Abonnement für 4 Kameras zwischen 432 und 1.440 €. Das PoE-Lokalsystem amortisiert sich weit vor Ablauf dieser Frist – und die Daten verbleiben in Ihrem Netzwerk.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein einziges Cat.5e- oder Cat.6-RJ45-Kabel bis 100 m versorgt jede PoE-Kamera mit Strom und Daten.
  • Die Imou PS-Serie ist ONVIF-zertifiziert, kompatibel mit Drittanbieter-NVRs, Home Assistant, Frigate und Synology.
  • Die PS3E (4K/8MP) bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis der Reihe mit Fullcolor-Nachtsicht bis 40 m.
  • H.265-Komprimierung reduziert den Speicherbedarf um 50% gegenüber H.264.
  • Imou Plug-and-Play: PS-Kameras werden beim Anschluss an N110/N118-Ports automatisch erkannt.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich einen Imou NVR oder geht auch ein PoE-Switch?

Beides möglich. Mit einem Drittanbieter-PoE-Switch (TP-Link, Netgear) werden PS-Kameras mit Strom versorgt und ihr IP-Stream ist über Imou Life oder NVR-Software zugänglich. Mit einem Imou NVR ist die Einrichtung einfacher durch Plug-and-Play.

Was ist die maximale Kabellänge für PoE-Kameras?

Die PoE-Norm 802.3af/at garantiert den Betrieb bis zu 100 m Cat.5e oder Cat.6. Darüber einen PoE-Repeater verwenden. Für Außeninstallationen IP-geschütztes Außen-Ethernet-Kabel verwenden.

Funktionieren Imou PoE-Kameras ohne NVR?

Ja. PS-Kameras funktionieren mit einem Standard-PoE-Switch: Aufzeichnung auf interner microSD und Zugriff via Imou Life oder lokalem RTSP-Stream.

Ist die ONVIF-Unterstützung von Imou zertifiziert?

Imou PS-Kameras unterstützen ONVIF Profile S. Die Kompatibilität wurde mit den meisten professionellen NVRs (Synology, QNAP, Milestone, Genetec) bestätigt.

Siehe auch